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Drohne mit Wärmeblick

Die gute Nachricht vorweg: Die Photovoltaikanlage, die das Studierendenwerk 2025 auf dem Dach der Mensa Vita in Betrieb genommen hat, ist nach wie vor in einem prima Zustand. Das zeigt eine aktuelle Inspektion mit einer Wärmebilddrohne – einem fliegenden Spezialisten, der Probleme aufspürt, die man mit bloßem Auge niemals sehen würde.

650 Aufnahmen in 30 Minuten
Im Juni hob eine Drohne vom Typ DJI M4TD ab und überflog die gesamte Solaranlage auf dem Mensadach. Ausgestattet mit einer hochauflösenden Wärmebildkamera, erfasste sie in gut 30 Minuten über 650 Aufnahmen – teils im Infrarotbereich, teils als normale Digitalfotos.

Warum Wärmebilder? „Defekte oder verschmutzte Solarzellen erzeugen mehr Wärme als intakte Module“, erklärt Udo Coenen-Staß von der Gebäudeleittechnik des Studierendenwerks. „Diese Temperaturunterschiede sind mit bloßem Auge unsichtbar, auf Infrarotbildern leuchten sie auf.“

Künstliche Intelligenz wertet aus
Die Bilddaten wurden anschließend von einer KI-Software zu einem präzisen 3D-Modell der Anlage zusammengesetzt. Jedes einzelne der 762 Solarmodule wurde automatisch erkannt und auf sein Temperaturverhalten hin analysiert. Das Ergebnis: ein individueller „Health Index" – eine Art Gesundheitszeugnis für jedes Modul.

Gute Ergebnisse 
Das Ergebnis ist erfreulich: 724 Module zeigten sich unauffällig, bei nur 38 wurde wegen thermischer Auffälligkeiten genauer hingeschaut. Die häufigste Ursache: Schatten von Bäumen und Dachaufbauten. Da die Drohne morgens flog, warfen einige Objekte noch Schatten auf die Module. Diese erwärmen sich ungleichmäßig, was auf den Wärmebildern sichtbar wird. In den meisten Fällen ist das harmlos, weil der Schatten im Tagesverlauf wandert.

Problematischer ist der Dauerschatten durch ein Treppengeländer. Einige Module direkt hinter dem Geländer der Dachtreppe sind regelmäßig betroffen. Hier könnte eine bauliche Anpassung oder eine Neuanordnung der Module sinnvoll sein. An mehreren Modulen haben sich Ablagerungen gebildet, die lokale „Hotspots" verursachen. Bei einem Modul wurde eine Temperaturdifferenz von über 20 Grad Celsius gemessen – das kann langfristig zu Schäden führen. Ein anderes Modul zeigt Anzeichen eines elektrischen Defekts und sollte von einer Elektrofachkraft überprüft werden.

Trotzdem bescheinigt die Prüfung, dass die Solaranlage zuverlässig arbeitet. Udo Coenen-Staß ist zufrieden: „Mit ein paar gezielten Maßnahmen lässt sich ihre Leistung und Lebensdauer weiter sichern – damit die Mensa auch künftig mit selbst erzeugtem Sonnenstrom versorgt wird.“ 

 

 

 

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